Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt! (Psalm 26, 8) Evangelische Kirchengemeinde St. Petri - St. Marien

Wir begrüßen Sie herzlich in der evangelischen St. Marienkirche in Berlin!


Als gotischer Kirchenraum mit einer mehr als 700-jährigen Geschichte in der Mitte der Stadt ist die St. Marienkirche eines der wenigen erhaltenen Bauwerke aus der mittelalterlichen Frühzeit Berlins. St. Marien ist mit ihrer langen Tradition und ihrer wertvollen Kunstsammlung ein „Geschichtsbuch des christlichen Glaubens“ und zugleich ein „Gedächtnis der Stadt Berlin“.

Der Rundgang beginnt am Westportal. Die Bronzetüren stammen aus der Werkstatt Achim Kühn (1970).

Links neben dem Hauptportal steht das Sühnekreuz. Das steinerne Kreuz erinnert an die Ermordung des Propstes Nikolaus von Bernau im Jahre 1325.

In der Turmhalle links, durch eine Glaswand geschützt, sehen Sie das berühmte spätgotische, 22m lange Totentanz-Wandgemälde, ein Reigen der geistlichen und weltlichen Stände mit dem Tod (um 1470).

Im rechten Seitenschiff über dem Südportal befindet sich die sogenannte Kaiserloge. Sie entstand im Zuge der Umbauten durch Hermann Blankenstein von 1893-94.

Rechts davon ist das Epitaph für den kurfürstlichen Kammersekretär Joachim Zerer (gest. 1543) von Hans Schenk (gen. Scheutzlich), in Sandstein gearbeitet, in die Wand eingelassen.

Die am 4. Juni 1703 geweihte Kanzel ist das Werk des Bildhauers Andreas Schlüter (um 1660 – 1714), der in Berlin u. a. durch die Masken der sterbenden Krieger am Zeughaus berühmt geworden ist.

Das Taufbecken ist auf 1437 datiert. Es wird dem Bronzegießer Hinrich von Magdeburg zugeschrieben.

Im Altarraum an der rechten Seitenwand befindet sich das in Sandstein gearbeitete Epitaph für den Bürgermeister Joachim Lizmann (gest. 1712).

Der Altar von 1762, eine Stiftung von 41 Berliner Bürgern, entstand nach einem Entwurf des Architekten Andreas Krüger (1719 – 1759). Die Gemälde stammen von Bernhard Rode (1725 – 1797), einem Schüler von Antoine Pesne. Sie zeigen „Christus in Gethsemane“, die „Kreuzabnahme“, den „Ungläubigen Thomas“ und „Die Jünger in Emmaus“.

An der linken Seitenwand des Altarraums sehen Sie das Grabdenkmal für den
brandenburgischen Feldmarschall Otto Christoph von Sparr
(gest. 1668), 1662/63 von Artus Quellinus d. Ä. (Hauptmeister des flämischen Barocks) in Marmor gearbeitet.

Am Kopfende des nördlichen Seitenschiffes thront das Epitaph für Ehrentreich von Röbel (gest. 1630) und seine Frau Anna (gest. 1642), in Sandstein gearbeitet. Es ist ein bemerkenswertes Bespiel für die ausgeprägte Ornamentik des norddeutschen Knorpelstils aus dem 17. Jahrhundert.

Links daneben befinden sich das Grabdenkmal für den Prediger Friedrich Roloff (gest. 1743) und seine Frau Dorothea Eleonore (gest. 1773), 1794 von Emanuel Bardou in schwarzem und weißem Marmor geschaffen, ein Beispiel des Berliner Klassizismus um 1800, sowie das Epitaph für den Hofschneider Johann Korn (gest. 1671) aus Stuck.

Der Orgelbaumeister Joachim Wagner (1690 – 1749) schuf die prächtige Orgel 1721/22. Der Prospekt stammt aus den Händen des Künstlers Johann Gottlieb Glume (1679 – 1765). Nach mehrfachen Umbauten in den letzten Jahrhunderten ist 2001/02 ein Neubau im Sinne Wagners durch die Straßburger Firma Alfred Kern & Fils erfolgt.

Von der Orgel verdeckt, schmückt eine Anfang des 16. Jahrhunderts angefertigte Malerei von 6 x 6 Metern in hochwertiger künstlerischer Ausführung die Wand zur Turmhalle: die Schutzmantelmadonna, eine Marienfigur, unter deren ausgebreitetem Mantel betende Gläubige Schutz finden.