MarienKantorei

Alte Musik neu erfahrbar machen und neue Musik zum Erlebnis werden lassen - das ist das Leitmotiv der traditionsreichen MarienKantorei. Die Wurzeln der Kantorei lassen sich bis in das frühe 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Geistliche Musik des Barock, der Klassik und der Moderne stellen heute die programmatischen Schwerpunkte dar. Neben der regelmäßigen Ausgestaltung von Gottesdiensten werden pro Jahr mehrere Konzerte und musikalische Projekte von der MarienKantorei aufgeführt.
Als Teil der MarienKantorei treten auch der Liturgische Chor, das MarienVokalensemble, das MarienVokalconsort und die KinderKantorei regelmäßig auf.
Die beiden Kirchen der St. Petri-St. Mariengemeinde - sowohl die besonderen Räumlichkeiten der alten gotischen Bischofskirche St. Marien mit ihrer großartigen barocken Wagner-Orgel von 1723 und einer umfangreichen Sammlung alter Gemälde als auch der beeindruckende Innenraum der teilrestaurierten Parochialkirche - sind wunderbare Stätten zum Musizieren.
Vor diesem Hintergrund ist die Zusammenarbeit mit anderen Chören und Ensembles ein erklärtes Ziel. So wie sich die gesamte Kirchengemeinde St. Petri–St. Marien im Zentrum eines spannungsreichen Kräfteverhältnisses von Kultur, Politik, studentischem Leben, Tourismus und Kommerz in der Mitte der deutschen Hauptstadt Berlin sieht, so ist die MarienKantorei mit ihren ca. 100 Sängerinnen und Sängern von diesem Umfeld nicht nur geprägt, sondern auch hinsichtlich der Qualität ihrer Chorarbeit herausgefordert.

Alle zwei Jahren finden die Internationalen Chormusiktage in St. Marien statt. Darüber hinaus unterstützte die MarienKantorei in den vergangenen Jahren umfangreiche Forschungen zur Musik aus Berlins historischer Mitte.

Konzert Marienkirche

Die Ergebnisse und Entdeckungen dieser Forschungsarbeit mündeten in die Herausgabe des Buches „Wie mit vollen Chören - 500 Jahre Kirchenmusik in Berlins historischer Mitte“ (ortus musikverlag, 2010) sowie einer CD-Veröffentlichung mit Kompositionen Berliner Musiker seit dem 16. Jahrhundert („Wie mit vollen Chören. Musik aus Berlins historischer Mitte“, MarienVokalconsort & MarienEnsemble, Leitung: Marie-Louise Schneider, Rondeau Productions 2013).

Marienkantorin Marie-Louise Schneider

Marie-Louise Schneider begann nach einem Studienaufenthalt in den USA ihr Kirchenmusik-Studium an der Hochschule der Künste Berlin (Chorleitung bei Prof. U. Gronostay, Orgel: Prof. F. Meinel, Prof. L.v.Doeselaar). 2001 schloss sie das Studium mit dem Kirchenmusik-A-Diplom ab und nahm seither an Meisterkursen bei Eric Ericson, Hans-Christoph Rademann u.a. teil. Außerdem war sie Assistentin von Universitätsmusikdirektor Prof. Constantin Alex.

 

Von Oktober 2003 bis Ende 2014 leitete sie den Kronenchor Friedrichstadt. Mit ihr wurde der Chor Preisträger beim Landeschorwettbewerb 2005. Ende 2006 übernahm Marie-Louise Schneider das Kantorenamt an der Bischofskirche St.Marien in Berlin-Mitte. Unter ihrer Leitung stehen hier u.a. die KinderKantorei, das MarienVokalensemble, das MarienVokalconsort und die MarienKantorei, mit der sie die großen Werke der Oratorien-Literatur aufführt.

Marie-Louise Schneider ist Gründerin der Internationalen Chormusiktage ChorInt., die erstmals im Juni 2010 - nach der Fertigstellung der Restaurierung der Marienkirche - unter ihrer künstlerischen Gesamtleitung stattgefunden haben.
Sie initiierte außerdem das Projekt „500 Jahre Musik aus Berlins historischer Mitte“. Es umfasst Forschungen zur Musikgeschichte im historischen Zentrum Berlins und macht Wiederentdeckungen von Werken Berliner Komponisten und Musikern der Innenstadtkirchen öffentlich.