Die Edition MarienKantorei macht wiederentdeckte Werke von Komponisten aus Berlins historischer Mitte öffentlich zugänglich.
Wenn Sie sich für eine Aufführung interessieren, wenden Sie sich bitte an Kantorin Marie-Louise Schneider unter m-l.schneider@marienkirche-berlin.de.

 

Johann Gottlieb Graun: Missa in Es

Johann Gottlieb Graun wurde 1702/1703 in Wahrenbrück bei Liebenwerda geboren. Seine musikalische Ausbildung bekam er ebenso wie sein jüngerer Bruder Carl Heinrich Graun an der Kreuzschule in Dresden, wo er auch bei Johann Georg Pisendel Violinunterricht hatte. Nach einem Italienaufenthalt mit weiteren Studien bei Guiseppe Tartini nahm er 1726 eine Anstellung am herzoglichen Hof in Merseburg an. Über eine kurze Anstellung beim Fürst zu Waldeck in Arolsen kam er 1732 als einer der ersten Musiker an den Hof des preußischen Kronprinzen Friedrich nach Ruppin/Rheinsberg. 1740 wurde er Konzertmeister der Königlichen Capelle und behielt diese Funktion bis zu seinem Tod am 27. Oktober 1771.
J.G. Graun galt als einer der herausragenden Violin-Virtuosen seiner Zeit und hat ein umfangreiches kompositorisches Schaffen hinterlassen. Er ist ein Vertreter des „Empfindsamen Stils“ und der „Berliner Klassik“. An St. Nikolai in Berlin war er Gemeindemitglied.
Seine Messe in Es (Graun WV A:VI:1) ist spätestens 1760 entstanden. Sie ist im damaligen Berlin zu mehreren repräsentativen Anlässen aufgeführt worden.
Notenbeispiel:
Edition MarienKantorei 2018 Missa in Es Notenbeispiel