Totentanz Reloaded 2025

Der Tod gehört zum Leben. Der historische Totentanz in der Marienkirche aus dem 15. Jahrhundert zeigt das auf beeindruckende Weise. Der Tod lädt zum Tanz. Alle bittet der Tod zum Tanz: Bischof, Prediger, Kaiser, Ritter, Schankwirtin. Alle müssen sterben. Das ist bis heute so geblieben. Wir auch.
Darstellungen des Todes haben eine lange Tradition. Die Auseinandersetzung mit dem, was man nicht beherrschen oder besiegen kann, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der bildenden Kunst. Todesdarstellungen und künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Tod sind so zahlreich, dass sie ein eigenständiges Genre bilden, eine besondere Spielart in diesem Kontext bildet der Totentanz.
Der mittelalterlichen Totentanz in der Marienkirche ist eines der ältesten bildlichen und textlichen Zeugnisse der Stadt. In direkter Nähe und in ihm präsentiert der Künstler Sven Drühl seine Version eines Toten­tanzes, aus einer Serie, die 2011 für den Hospitalhof in Stuttgart entstanden ist. Drühls monochrom schwarze Gemälde zeigen freundliche Skelette bei scheinbar alltäglichen Handlungen, sie lehnen sich an die Wand, streiten, liegen auf dem Boden, tanzen und beten. Drühl nennt die schwarze Serie Undead.
In St. Marien zeigt Drühl eine Skulptur und ein groß­formatiges Triptychon sowie neun Skelett-Gemälde aus seinem 15 Tafeln umfassenden Totentanz. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten zu besichtigen, der Eintritt ist frei.

Eine alte biblische Weisheit lautet: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden. Wir laden Sie herzlich ein zum memento mori der ganz besonderen Art zwischen altem und neuem Totentanz.

Vom 28.09. – 23.11.2025, St. Marienkirche am Alexanderplatz
Ausstellung „Totentanz Reloaded“, täglich von 10-18 Uhr, Eintritt frei
Vernissage 28.09.2025 um 12 Uhr, Finissage 19.11.2025 um 20 Uhr

Eine schwarze menschliche Skelettskulptur liegt auf der Seite auf einem Sockel vor einer strukturierten, gelblichen Wand. Der fettgedruckte Text lautet Totentanz reloaded. Darunter steht in kleinerer Schrift: Eine Ausstellung von Sven Drühl.

Alle Veranstaltungen zum „Totentanz“ in der St. Marienkirche

Neben der Ausstellung von Sven Drühl gibt es eine Reihe weiterer Veranstaltungen rund um das Thema Tod und Totentanz. Es erwarten Sie musikalische Highlights, Führungen, Vortragsabende u.v.m.

Freitag, 10. Oktober, 19 Uhr
„Ad mortem festinamus“ – Szenisches Konzert zum Totentanz mit Musik des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Veranstalter: Duo Commedia Nova – Gaby Bultmann & Daniele Ruzzier, Eintritt: 15 € an der Abendkasse
Infos: gb@gaby-bultmann.de oder Tel. 030/21756283 

Samstag, 01. November, 17 Uhr
Konzert: Hugo Distler: „Totentanz“ und weitere Werke
mit Kantorei St. Jacobi Hamburg, Jens Geißler, Anna Thalbach, Peter Bieringer, Gerhard Löffler (Leitung), Marien­organist Xaver Schult, Eintritt: 10 € / 5 € / frei

Donnerstag, 06. November, 19 Uhr
Konzert und Lesung auf der Orgelempore:
„Hölle und Himmel – Tod und Leben“

Musikalisch-literarischer Abend zum 760. Geburtstag von Dante Alighieri mit Kilian Nauhaus (Lesung) und Marienorganist Xaver Schult, Eintritt: 10 € / 5 € / frei

Freitag, 07. November, 19 Uhr
„Schwester Tod“ – Reflexionen über Tod und Vergänglichkeit
Pfarrer Michael Kösling und Team Kirchenmusik
in der Turmhalle vor dem Toten­tanz, Eintritt frei

Samstag, 15. November, 14 Uhr
Führung „Kunst – der missing link zwischen Leben und Tod. Der historische und ein zeitgenössischer Toten­tanz in der St. Marienkirche“ mit dem Künstler der Ausstellung „Totentanz Reloaded“ Sven Drühl; Tickets: 12 €, Anmeldung unter https://crossroads-berlin.com/event/totentanz/  

Samstag, 22. November, 19 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart / Christian Grosch:
„Mozart-Jazz-Requiem“

MarienKantorei, Bending Times, Marienkantorin Marie-­Louise Schneider (Leitung), Eintritt: 25 € / 20 € / 10 €

Tickets: eventbrite.de & Abendkasse St. Marien (ca. 1h vorher)