Das neue Glockenspiel

Am 23. Oktober 2016 wurde das neue Glockenspiel mit 52 Glocken mit einer Andacht und einem Konzert von Carilloneur Wilhelm Ritter aus Kassel wieder eingeweiht. Es umfasst einen Tonumfang von d1-e1, sodann chromatisch bis d5. Es wurde von Koniklijke Petit & Fritsen/Koninklijke Eijsboust gegossen und installiert. Das Gesamtgewicht beträgt 8.400 kg. Die größte Glocke wiegt 1.490 kg. Die kleinste 8 kg.

Das Glockenspiel ist i.d.R. täglich um 9, 12, 15 und 18 Uhr zu den Gebetszeiten zu hören.

Derzeit erklingt:
9 Uhr Macht hoch die Tür
12 Uhr Es kommt ein Schiff geladen
15 Uhr Maria durch ein Dornwald ging
18 Uhr Weißt du, wieviel Sternlein

Das gesamte Konzertprogramm des Glockenspiels in 2020 wird Anfang des Jahres bekannt gegeben.

Das erste Konzert im Jahr 2020 wird ein Gedenkkonzert zum Tag der Befreiung am 8. Mai 2020 um 15 Uhr sein.
Es spielt Anna Kasprzycka aus Danzig in Polen.

Die Konzerte beginnen jeweils 15 Uhr. Sie sind open air und frei von Eintritt. Gerne können Sie sich eine Sitzgelegenheit mitbringen.
Spenden für das Glockenspiel und die Durchführung der Konzerte sind herzlich willkommen.

Besichtigung

Die Kirche ist in der Regel montags bis freitags von 9.00 Uhr-15.30 Uhr geöffnet und kann besichtigt werden. Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie mit unserem Gemeindebüro unter Tel: 030-24 75 95 10 einen Besichtigungstermin vereinbaren. Während der kalten Jahreszeit erfolgt der Zugang über die Seitentür auf der Südseite der Kirche vom Kirchhof aus.
Die Gruft der Parochialkirche ist aus Rücksicht auf die Totenruhe nur in Ausnahmefällen zugänglich.

Die Baugeschichte

Die Parochialkirche ist einer der ersten Kirchenneubauten nach der Reformation in Berlin. Bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war sie – vor allem wegen ihres markanten Turms und des berühmten Glockenspiels mit seinen 37 Glocken - eine der bekanntesten Kirchen der Stadt.

Parochialkirche bei Nacht

Die Grundsteinlegung am 15. August 1695 erfolgte unter reger öffentlicher Teilnahme in Beisein des Kurfürsten. Kurz darauf verstarb der Baumeister Johann Arnold Nering, der neben Schlüter als einer der bekanntesten Barock-Baumeister der Stadt gilt. Landbaumeister Martin Grünberg setzte die Arbeit Nerings fort.

Obwohl die Kirche noch nicht ganz fertig war, weihte man sie am 8. Juli 1703 ein. Die Bauarbeiten zogen sich noch bis 1714 hin. Zur Parochialgemeinde gehörten in den ersten hundert Jahren viele Minister, Generäle und Geheimräte und andere Personen aus der gehobenen Beamtenschaft.

Während des Zweiten Weltkriegs, im Mai 1944, wurde die Kirche von Brandbomben getroffen. Der Turm stürzte in das Kirchenschiff, das gesamte Inventar verbrannte, die Glocken schmolzen. Zwei kleinere Glocken des zweiten Glockenspiels der Parochialkirche von Albert de Grave haben überdauert. Sie erinnern als Läuteglocken heute an die Gebetszeiten im Tageslauf und läuten zu den Gottesdiensten.

Friedhof der Parochialkirche

1946 richtete sich die Gemeinde im Turm einen Andacht-Saal ein, in dem bis 1990 Gottesdienste gefeiert wurden.
1987 bis 2003 wurde die Kirche mit Unterstützung der Landesdenkmalamtes, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Landeskirche umfassend saniert.
2016 wurde der Turm der Parochialkirche 72 Jahre nach seiner Zerstörung wieder aufgebaut. Der › Verein Denk mal an Berlin e.V. mit seinen Mitgliedern und viele Förder*innen und Spender*innen haben dies möglich gemacht.
Der inzwischen ebenfalls sanierte Parochial-Kirchhof und die unter der Kirche befindliche Gruft zählen zu den beeindruckendsten Zeugnissen sepulkraler Kultur in der Stadt.

Nutzung

Montags wird um 9 Uhr die Arbeitswoche mit einer Andacht eröffnet. In der Adventszeit werden täglich um 12 Uhr gemeinsam Choräle gesungen.
Während der Sommermonate werden zu besonderen Anlässen Gottesdienste und Traugottesdienste gefeiert. Sie wird aber auch für Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte genutzt und kann für Veranstaltungen gemietet werden, sofern diese sich mit der Würde des Kirchenraumes vereinbaren lassen.
Die Kirche wird als Sitz der Stiftung Kirchliches Kulturerbe ausgebaut. › Stiftung Kirchliches Kulturerbe