Montag, 1. Juni, 19.30 Uhr, Schleiermacherhaus
Mit ihrem zweiten Band zur Hedonistischen Askese gehen Dr. Branka Schaller-Fornoff und PD Dr. Roger Fornoff der Frage nach, wie Menschen im 21. Jahrhundert nach tragfähigen Lebensformen jenseits von Beschleunigung, Überforderung und Konsumdruck suchen. Im Fokus stehen Praktiken und Ideen, die an spirituelle Traditionen anknüpfen und heute parallel Konjunktur haben: Pilgern, Meditation und Achtsamkeit – auch in popularisierten, digital vermittelten Formen oder in Anknüpfung an die von Hildegard von Bingen beschriebene Viriditas als schöpferische Grünkraft des Lebendigen – sowie religiös inspirierte Formen von Protest.
Im Zentrum der Diskussion steht die gesellschaftliche Bedeutung dieses gleichzeitigen Wiederauflebens: Was sagt es über gegenwärtige Krisenerfahrungen, Sinnbedürfnisse und Formen der Selbst- und Weltverhältnisse aus? Und wie lässt sich der Rückgriff auf radikale Vorbilder – von Paulus über die Märtyrer bis zu zeitgenössischen Formen zivilen Ungehorsams – unter Bedingungen multipler Krisen neu deuten?
Gemeinsam mit dem Publikum wird erörtert, ob diese Praktiken und Ideen Rückzug, Widerstand oder eine neue Ethik der Weltzugewandtheit markieren.
Mit Hr. Dr. Roger Fornoff und Fr. Dr. Branka Schaller-Fornoff, Gastgeber: Pfarrer Dr. Alexander Arno Heck
